Wie das Apple iPhone seine Besitzer verrät

10. Oktober 2008, 14:49:23 Uhr von Sebastian Wolff-Marting, Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | Kein Kommentar |

Jonathan Zdziarski, ein EDV Sicherheitsexperte und forensischer Sachverständiger aus den USA hat ein Buch mit dem Titel iPhone Forensics veröffentlicht, in dem er detailliert beschreibt, was iPhones so alles während der Kommunikation ihrer Besitzer mitprotokollieren und wie diese Daten in Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Kriminelle verwendet werden können.

Dabei handelt es sich nach Angaben des Sachverständigen um signifikant mehr Daten, als andere Telefone preisgeben. Beispielsweise fertigt das iPhone regelmäßig Screenshots des Monitorinhaltes an, die im Flashspeicher des Mobiltelefons abgelegt und dort nur zufällig irgendwann überschrieben werden. Verwendet werden die Screenshots vom iPhone zur Generierung von visuellen Effekten. Solange sie noch im gespeichert sind, können sie allerdings von Computerexperten ausgelesen und verwertet werden. Damit läßt sich dann rekonstruieren, welche Internetseiten der Nutzer aufgerufen hat oder welche Daten er sonst bearbeitet hat.

Ferner könnten oftmals aus dem Zwischenspeicher (auch bekannt unter dem engl. Begriff ) des Geräts oftmals Informationen wie Paßwörter oder Formulardaten ausgelesen werden.

Da diese Datenauswertung nicht nur in Strafgerichtsverfahren möglich ist, sondern im Falle gestohlener, verkaufter oder sonst abhanden gekommener Telefone auch zum Zwecke der Wirtschaftsspionage möglich ist, sollten iPhone Benutzer sorgfältig abwägen, ob sie das für sicherheitsrelevante Vorgänge verwenden.

Ein Interview mit dem Autor, in dem dieser seine Erkenntnisse noch weiter erläutert, hat die Fachzeitschrift Technology Review veröffentlicht.

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