Vorsicht vor Betrug und Geldwäsche im Internet

20. Januar 2010, 14:51:55 Uhr von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt + Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | Kein Kommentar |

Organisierte Betrüger nutzen die technischen Möglichkeiten des Internets und kombinieren diese mit althergebrachten Betrüger-Tricks. Eine perfide Masche der Betrüger ist die Geldwäsche durch ahnungslose Menschen. Es funktioniert oft so:

Betrüger hacken einen mittels eines eingeschleusten Schadprogramms und warten auf die nächste Verbindung des gekaperten Computers mit den Servern einer Bank. Die Betrüger können heute Überweisungen in Echtzeit manipulieren. Der Nutzer des gekaperten Computers will beispielsweise einem Freund € 400,00 überweisen. Daraus machen die Betrüger eine Überweisung von € 5.000,00.

Dieses Geld landet entweder auf ein Konto eines Tatbeteiligten. Noch raffinierter sind allerdings Überweisungen, die auf das Konto eines Unbeteiligten ausgeführt werden. Diesem Unbeteiligten, auf den die Betrüger zum Beispiel durch einen Stellengesuch im aufmerksam geworden sind, wird ein Job angeboten: er müsse nichts weiter tun als das Geld von seinem Konto abzüglich einer Provision auf ein anderes Konto zu transferieren. Dass der Unbeteiligte am Ende der Dumme ist, der sich gegenüber den Strafverfolgern wegen des Verdachts der Geldwäsche rechtfertigen muss und meist auch noch das Geld los ist, sollte klar sein.

Eine andere Masche, von der wir gehört haben, läuft über oder anderen Internethandelsplattformen. Die Betrüger kaufen von Unbeteiligten Gegenstände im Wert von wenigen Hundert Euro. Dem unbeteiligten Verkäufer teilen die Betrüger mit, dass Sie einen Scheck geschickt haben, den der Verkäufer nur einzulösen braucht. Allerdings übersteigt der Wert des Schecks den Kaufpreis um ein Vielfaches. Der überschüssige Betrag müsse dann demjenigen herausgegeben werden, der im Auftrag der Betrüger die Ware abholen werde.

Wie dieser Fall ausgeht, kann ich nicht sagen, weil wir unsere Mandantin, die glücklicherweise vorher gefragt hat,  von diesem Geschäft abgeraten haben. Die informierte Polizei wird diesen Fall allerdings auch so schnell nicht lösen. Immerhin hätte die Chance bestanden, ein Mitglied der Band auf frischer Tat zu ertappen, indem der Verkäufer mit Hilfe der Polizei zum Schein auf das Angebot eingegangen wären. So lief das in unserem Fall und in einem ähnlichen Fall leider nicht ab. Bis die Strafverfolger die Akte zum Fall angelegt haben, haben die Betrüger den Fall oft längst abgeschlossen und die Spuren für immer verwischt.

So macht Räuber und Gendarm spielen Spaß. Fragt sich nur, wer sich mehr freut…

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