Heimlich mitsurfende Nachbarn
25. Juli 2007, 14:25:11 Uhr von Sebastian Wolff-Marting, Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | 5 Kommentare |Daß un- oder schlecht gesicherte WLAN-Netze die latente Gefahr bergen, es Fremden zu ermöglichen, den eigenen Internetanschluß mitzunutzen und ggf. für kriminelle Zwecke zu mißbrauchen, hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen.
Wie der Heise-Verlag nun berichtet, gibt es aber auch bei DSL-Anschlüssen einiger Provider die nicht “drahtlos” genutzt werden, die Gefahr, daß Dritte sich in die Internetverbindung “einklinken” und durch illegale Aktivitäten den eigentlichen Anschlußinhaber in Schwierigkeiten bringen.
Die Ursache dafür liegt in der verwendeten Netzwerktechnik der Provider, die jeweils mehrere Anschlüsse zu sog. “Local Area Networks” (LAN) verbindet und diese dann über weitere Knoten mit dem restlichen Internet verbinden. Bei einigen Providern ist nun die bei Verwendung dieser Technik gebotene Trennung zwischen den Anschlüssen offenbar nicht sauber genug implementiert.
Schlagworte: Brauch, Computerrecht, Datenschutz, Dritte, Internet, Provider, SEWOMA® Spezial, Strafrecht, TV, Verlag, WLAN


30. Juli 2007, 16:39 Uhr
Tja, man sollte WLAN NIE ungesichert lassen, sondern z.B. mit WEP verschlüsseln
30. Juli 2007, 19:05 Uhr
@Christiane
Das ist zwar richtig. Vorliegend geht es aber gerade nicht um WLAN. Sondern auch kabelgebundene DSL-Anschlüsse können von Dritten mißbraucht werden, wenn der Provider fragwürdige Technik einsetzt.
31. Juli 2007, 8:54 Uhr
Ah okay, hab ich nicht richtig gelesen
Aber ein gezielter Missbrauch ist wohl nicht möglich, weil diese Fehlkonfigurationen der Provider Zufall sind. Der Kriminelle merkt doch wahrscheinlich noch nicht mal, dass er einen fremden Computer benutzt, oder?
1. August 2007, 15:32 Uhr
Also quasi versehentlich mitsurfende Nachbarn. Noch ein Grund weniger, für die Daten auf der eigenen Platte Verantwortung übernehmen zu müssen. “Da muss ist der Provider schuld, und irgend ein anderer Kunde hat mir die Daten rübergeschoben. Welcher Kunde? Keine Ahnung. Ist doch reiner Zufall.”
3. August 2007, 21:03 Uhr
Kann da nicht letztlich der Provider verantwortlich gemacht werden?