Entschädigung von DDR-Heimkindern

12. Januar 2010, 13:22:05 Uhr von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt + Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | 2 Kommentare |

, die in der DDR meist gegen ihren und oft auch gegen den Willen ihrer Eltern in Heimen untergebracht waren, stehen nach dem Gesetz über die Aufhebung rechtsstaatswidriger Verwaltungsentscheidungen im Beitrittsgebiet und die daran anknüpfenden Folgeansprüche (VwRehaG) Ansprüche auf Entschädigung zu, soweit die unrechtmäßige Behandlung zu einer gesundheitlichen Schädigung oder einer beruflichen Benachteiligung oder einem Eingriff in Vermögenswerte geführt hat und die Folgen heute noch schwer und unzumutbar fortwirken.

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit Beschluss vom 10. März 2008 – 2 BvR 718/09 – die Argumente der Vorinstanzen, wonach es keine Entschädigung geben sollte, weil die meisten Einweisungen unter „Zugrundelegung des Standes der pädagogischen Wissenschaft im Jahr 1961" rechtsstaatlich in Ordnung gewesen sei, vom Tisch gefegt.

Viele Akten von Betroffenen liegen noch in den Archiven der Jungendämter. Mit dem Inhalt der Akten lassen sich rechtswidrige Eingriffe leicht beweisen, sofern die Akten noch vorhanden sind.

TwitterDiggGoogle BuzzTechnorati FavoritesBlogger PostLinkedInDeliciousShare
Schlagworte: , , , , , , , , , , , ,

2 KOMMENTARE

  1. Gunar

    Wie kann man dieses Nachweisen wenn die Akten nicht mehr beim Jugendamt vorhanden sind.

  2. Frank Kampehl

    Wieviel darf`s denn sein?
    Der Vater nach Mauerbau rübergemacht.Die Mutter mit ihren 5 Kindern nicht hinterhergelassen, als Geisel gehalten. Als Kind in ein Spezialkinderheim gesteckt worden, um die überforderte Mutter zu “enlasten” und das störrische 8!-jährige Kind nach der Makarenko-Methode auf Linie zu bringen.
    Bestrafungen statt Liebe. Und jetzt fragt man mit Geldbündeln in der Hand:” Wie stark genau hatt man dir wehgetan?”

    Antwort:

    Sehr stark, denn es waren zwei auf einmal!
    ——-Zwei deutsche Staaten————

KOMMENTAR ABGEBEN (KOMMENTARE ALS RSS-FEED)