Gegner: “Ihr werdet scheitern”

8. Januar 2010, 10:41:43 Uhr von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt + Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | 2 Kommentare |

Ein Gegner unserer Mandanten, der richtig tief ins Klo gegriffen hat, drückt seine Unzufriedenheit über Mitteilungen in den Vermerken seiner Überweisungen aus.

scheitern schämen

Schämen sollen wir uns und scheitern werden wir, so seine Meinung.

Der Sachverhalt dieses Falles findet sich wieder in dem Urteil des LG Berlin vom 29.10.2009 – 16 O 215/09. Ergänzend kann ich folgendes mitteilen:

Der Gegner wurde abgemahnt und gab eine ohne ab. Ich schrieb den bis dato nicht anwaltlich vertretenen Gegner noch zwei oder dreimal an, um ihn zur Abgabe der zu bewegen, da ich annahm, dass er eine Erklärung abgeben und einen Rechtsstreit vermeiden wollte.

Es nutzte nichts. Wir erwirkten eine und stellten diese zu. Nach zwei Monaten (!) versandten wir ein kostenpflichtiges , um die Interessen unserer Mandantin zu wahren.

Einen Monat später legte der anwaltlich vertretene Gegner ein und nahm diesen trotz zweier deutlicher Hinweisbeschlüsse des LG nicht zurück. Während und nach der mündlichen Verhandlung, in welcher der zurückgewiesen wurde, erklärte der Prozessbevollmächtigte des Gegners, dass sein Mandant mittlerweile ein Gewerbe angemeldet habe.

Immerhin lenkte die Gegenseite gerade noch rechtzeitig vor Einleitung der Hauptsache ein und gab eine ab. Da die für die und das nicht freiwillig gezahlt wurden, leiteten wir zwischenzeitlich ein Mahnverfahren ein. Und was tat der Gegner, der meint, wir würden noch scheitern und schämen sollten wir uns.

Richtig, er legte vollumfänglich ein. Ausnahmsweise schäme ich mich über die Sturheit unseres Gegners, der sich selbst sein Leben schwer und teurer gemacht hat.

Ich habe auch nicht ansatzweise ein schlechtes Gewissen, da ich weiß, dass der Gegner viele, viele Euros “nebenbei” über umgesetzt hat.

Müsste ich mich schämen, wenn ich diesen Sachverhalt dem Finanzamt Mitte mitgeteilt hätte? Dann wäre ich zwar ein Denunziant, aber einer, der mit seinem Verrat dem Staat mehr Steuereinnahmen beschert hätte.

Ich würde mich schämen.

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2 KOMMENTARE

  1. Mensch

    Herr Sevriens, Sie sind ein ganz schön eitler Mensch…

  2. Dennis Sevriens, Rechtsanwalt & Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz

    Da könnten Sie Recht haben. Gesunde Eitelkeit schadet dem Mensch nicht.

    Vielleicht übertrete ich manchmal Grenzen, die ich danach aber umso besser kenne.

    Sie meinen wohl, dass ich meinen Triumpf besser für mich behalten hätte?

    AUch da könnten Sie Recht behalten. Ich weiß es nicht, hatte aber keine Angst vor einem Fehler und es deswegen geposted.

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